
Warten auf Rad- und Gehweg
77 Stimmberechtigte an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend
Der Ertragsüberschuss von rund 431 590 Franken wird für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen, Einlage ins Eigenkapital und als Einlage für die Vorfinanzierung des Radweges Marbach-Wiggen verwendet. Die Realisierung des Radweges wird vom Kanton hinausgeschoben. Alle Vorlagen wurden einstimmig angenommen.
(Bericht von Hanny Wey)
Der Gemeindepräsident Fritz Lötscher begrüsste am letzten Dienstag im Gemeindesaal 77 Stimmberechtigte. Der Jahresbericht des Gemeinderates wird jeweils ausführlich in der Botschaft zur Gemeindeversammlung veröffentlicht. Aus diesem Grund nahm er nur kurz zu einzelnen Themen Stellung: Er erklärte, dass nicht bei allen Jahreszielen die Umsetzung erreicht werden konnte, aber der Gemeinderat sei immer bestrebt, in allen Belangen zum Wohle und im Sinne der Bevölkerung zu handeln. Wichtig sei, dass sich die Gemeinde aktiv in regionalen und überregionalen Gremien engagiere. Es soll auf die Standortqualitäten von Marbach aufmerksam gemacht werden. Für eine multifunktionelle Nutzung der Kreuzscheune wurde eine Planungskommission eingesetzt. Fritz Lötscher erklärte, dass bereits erste Sitzungen stattgefunden haben, aber leider das Interesse der Gewerbetreibenden nicht so gross sei, was bei den Folgen der Finanzkrise auch verständlich sei.
Der Gemeindepräsident betonte, dass eine gute Zusammenarbeit mit den Spitex-Diensten Escholzmatt-Marbach sehr wichtig sei. Die Ansiedlung einer Zahnarztpraxis konnte bis heute leider noch nicht verwirklicht werden. Mit der Dorfkernerneuerung soll das Thema wieder aufgriffen werden.
Erneute Einlage in die Vorfinanzierung des Radweges
Der Gemeindeammann Pius Kaufmann präsentierte kompetent und gut fundiert die laufende Rechnung 2009. Bei einem Gesamtertrag von 6, 93 Millionen und einem Aufwand von 6,49 Millionen weist die Rechnung einen Ertragsüberschuss von431 589 Franken auf. Erfreulicherweise konnten höhere Steuereinnahmen als budgetiert verbucht werden.Die Investitionsrechnung weisst bei Gesamteinnahmen von 710 237 Franken und einem Gesamtaufwand von 109 720 Franken Nettoinvestitionen von 600 517 Franken aus.Erfreulicherweise konnten alle vorgegebenen Finanzkennzahlen des Kantons erfüllt werden. Die Nettoverschuldung pro Einwohner beträgt 3639 Franken. Die Stimmbürger genehmigten einstimmig die laufende Rechnung, die Investitionsrechnung, die Bestandesrechnung und die Verwendung des Ertragsüberschuss von 431 589 Franken, der wie folgt verwendet wird: 200 000 Franken für zusätzliche Abschreibungen auf dem Verwaltungsvermögen, 131 589 Franken als Einlage ins Eigenkapital und 100 000 Franken als Einlage für die Rad- und Gehweganlage Marbach-Wiggen. Der Kanton hat das Projekt zwar ins Programm aufgenommen, aber die Realisierung steht weit hinten auf der Liste. Der Gemeinderat hat eine neuerliche Einlage in die Vorfinanzierung getätigt, um gemeinsam mit Escholzmatt das Projekt baldmöglichst selber zu realisieren.
Drei weitere Geschäfte
Einstimmig wurden ebenfalls folgende Vorlagen angenommen: Die Abrechnung über den Sonderkredit für den Neubau Holzschnitzelheizung (2. Bauetappe) und Einbau Elektrofilteranlage und Erweiterung Leitungsnetz von 119 852 Franken; die Abrechnung über den Sonderkredit für den Gemeindebeitrag an den Neubau der Bergkäserei Marbach-Schangnau AG von 68 420 Franken und den Sonderkredit für den Gemeindebeitrag an den Neubau der Güterstrasse Unter Lochsitli von 108 750 Franken.
Die Bevölkerung hat das letzte Wort
Fritz Lötscher informierte die Anwesenden über das Zusammenarbeitsprojekt Escholzmatt-Marbach „mitenand“. Er erklärte, dass eine Fusion nur dann sinnvoll sei, wenn sie auch praktisch umsetzbar und nützlich sei. Die Absicht der Gemeinderäte sei die Stärkung von Marbach und Escholzmatt durch eine pragmatische Verwaltungs-, Schul- und Behördenreform; Gewährleistung eines umfassenden Verwaltungsangebotes; Sicherung und Erhalt der Schulen und zeitgleicher Vollzug allfälliger Reformen und gegenseitige Abstimmung der neuen Systeme. Am 16. Juni wird der Bevölkerung in Marbach und in Escholzmatt der Vorvertrag zur Fusion präsentiert und in Diskussion gestellt. Der Gemeindepräsident betonte, dass es sich nur um eine Orientierung handle und keine definitive Abstimmung stattfinden werde. Es gehe darum, die Bevölkerung eingehend zu informieren und ihre Meinung zu hören. Denn schlussendlich seien es die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen, die über ein Ja oder ein Nein zur Fusion abstimmen würden.
16. Juni 2010: Orientierung Projekt "mitenand"
5. Juli 2010: Projekt "mitenand"
23. November 2010: Budget 2011
je 20.15 Uhr, im Gemeindesaal

